Ein Bienenjahr beginnt nicht am 1. Januar
Ein warmer Standort im Schweizer Mittelland kann Wochen weiter entwickelt sein als ein Bienenstand in höherer Lage. Auch zwei Jahre am selben Standort verlaufen unterschiedlich.
Ein früher Frühling lässt Weiden und Obstbäume zeitig blühen. Ein später Kälteeinbruch kann die Entwicklung wieder bremsen. Regen verhindert Sammelflüge. Trockenheit verändert das Nektarangebot. Späte Waldtracht kann den gesamten Verlauf des Sommers beeinflussen.
Für das Bienenvolk zählen deshalb Temperatur, Tageslänge, Tracht, Pollenangebot und der eigene Entwicklungszustand stärker als ein Kalenderdatum. Forschung zeigt, dass saisonale Reize wie Temperatur und Tageslänge am Wiedereinsetzen der Brutaktivität beteiligt sind, während Ressourcenverfügbarkeit und Volkszustand die weitere Entwicklung beeinflussen.
Die Monatsangaben eines Imkerkalenders sind deshalb Orientierung. Das Volk lebt nach Biologie und Wetter.
Winter: Das Volk wird klein und sparsam
Draussen scheint ein Bienenstock im Winter fast verlassen. Im Inneren lebt das Volk weiter.
Sobald die Temperaturen tief genug liegen, ziehen sich die Arbeiterinnen zu einer Wintertraube zusammen. Sie sitzen dicht beieinander und reduzieren dadurch den Wärmeverlust.
Die Bienen im Inneren erzeugen aktiv Wärme mit ihrer Muskulatur. Andere sitzen dichter im äusseren Bereich. Die Positionen verändern sich ständig. Energie dafür liefert der Honig, den das Volk während der vergangenen Saison eingelagert hat.
Die Beute selbst muss deshalb keine menschlich angenehme Temperatur besitzen. Entscheidend ist das Mikroklima dort, wo die Bienen sitzen.
Winterbienen müssen Monate statt Wochen leben
Eine Sommerarbeiterin lebt häufig nur wenige Wochen. Winterbienen können mehrere Monate überleben. Diese lange Lebensdauer ist für das Volk entscheidend.
Im Winter gibt es über längere Zeit kaum Nachwuchs. Die vorhandenen Arbeiterinnen müssen deshalb bis zur nächsten Generation durchhalten. Winterbienen unterscheiden sich physiologisch von typischen Sommerbienen und besitzen grössere Reserven.
Sie sind damit die biologische Brücke zwischen zwei Bienenjahren.
Mitten im Winter kann bereits wieder Brut entstehen
«Winterruhe» klingt, als würde im Bienenstock monatelang nichts geschehen. Das stimmt so nicht.
Viele Völker besitzen während einer Phase im Winter wenig oder zeitweise keine Brut. Später beginnt die Königin erneut Eier zu legen. In mitteleuropäischen Völkern kann die Brutaufzucht bereits im Spätwinter wieder einsetzen, noch bevor draussen ein dauerhaftes Trachtangebot verfügbar ist.
Damit verändert sich die Energiebilanz deutlich. Brut muss warm gehalten werden. Die Arbeiterinnen müssen das Brutnest nun genauer temperieren als eine reine Wintertraube ohne Brut. Der Futterverbrauch steigt.
Genau deshalb kann ein Bienenvolk gegen Ende des Winters in Schwierigkeiten geraten, obwohl es die kältesten Wochen bereits überlebt hat.
Was passiert an warmen Wintertagen?
Honigbienen verbringen nicht den gesamten Winter bewegungslos. Steigt die Aussentemperatur ausreichend an, können sie die Beute verlassen.
Solche Flüge ermöglichen unter anderem die Entleerung des Darms. Im Stock vermeiden Bienen normalerweise die Kotabgabe.
Ein warmer Wintertag kann deshalb plötzlich zu intensivem Flugverkehr führen. Das bedeutet nicht automatisch, dass das Volk bereits in den Frühling gestartet ist. Sobald es wieder kalt wird, zieht es sich erneut zusammen.

Spätwinter: Die Wintergeneration schafft den Übergang
Die ersten neuen Arbeiterinnen des Jahres schlüpfen noch aus einem Volk, das weitgehend von seinen Winterreserven lebt. Die alten Winterbienen müssen diese Brut pflegen und wärmen.
Dabei entsteht eine schwierige Übergangsphase. Alte Bienen sterben bereits, während der Nachwuchs erst aufgebaut wird. Erst wenn genügend neue Arbeiterinnen schlüpfen, dreht sich die Entwicklung sichtbar nach oben.
Ein Volk kann deshalb im März kleiner wirken als erwartet und wenige Wochen später stark wachsen.
Die ersten Pollen verändern die Situation
Für die Aufzucht grosser Brutflächen braucht das Volk Protein. Jetzt wird Pollen entscheidend.
Hasel und besonders Weiden gehören vielerorts zu den ersten wichtigen Pollenquellen. Später kommen zahlreiche andere Pflanzen hinzu.
Landet an einem warmen Frühjahrstag eine Arbeiterin nach der anderen mit Pollenhöschen vor dem Flugloch, ist das deshalb mehr als ein hübscher Frühlingsanblick. Im Inneren des Volkes existiert Bedarf.
Frischer Pollen unterstützt die Versorgung der wachsenden Brut. Gleichzeitig sammeln die Bienen Nektar, sobald geeignete Pflanzen und Wetterbedingungen dies erlauben.
Frühling: Jetzt wächst das Volk schnell
Sobald ausreichend Nahrung zur Verfügung steht, nimmt die Brutfläche stark zu. Immer mehr Arbeiterinnen schlüpfen. Diese jungen Bienen pflegen wiederum grössere Mengen neuer Brut.
Dadurch entsteht ein biologischer Verstärkungseffekt: Mehr Pflegebienen ermöglichen mehr Brut. Aus dieser Brut entstehen später zusätzliche Pflege- und Sammelbienen.
Das Volk wächst deshalb im Frühjahr nicht gleichmässig, sondern kann innerhalb weniger Wochen stark an Masse gewinnen.
Königin, Arbeiterinnen, Drohnen und Brut im Zusammenspiel verstehenMehr Brut bedeutet zunächst höheren Verbrauch
Eine grosse Brutfläche sieht für den Imker positiv aus. Biologisch verursacht sie zuerst Kosten.
Larven brauchen Futter. Das Brutnest muss warm gehalten werden. Pflegebienen sind im Stock gebunden. Erst Wochen später stehen daraus zusätzliche Sammelbienen zur Verfügung.
Ein Volk mit stark wachsender Brut kann deshalb während einer längeren Schlechtwetterphase erstaunlich schnell Futter verbrauchen. Gerade im Frühjahr können volle Brutwaben und knappe Vorräte gleichzeitig auftreten.
Mit der Obstblüte beginnt eine neue Phase
Wenn Obstbäume, Löwenzahn, Ahorn, Raps oder andere ergiebige Pflanzen blühen, kann sich die Situation innerhalb weniger Tage verändern.
Jetzt treffen zwei Entwicklungen aufeinander: Das Volk besitzt immer mehr Sammelbienen und draussen steht plötzlich viel Nahrung zur Verfügung.
Nektar wird eingetragen, Pollen kommt ins Brutnest, neue Waben werden gebaut und die Königin legt intensiv. Das Volk nähert sich seiner saisonalen Hochphase.
Genau jetzt entsteht auch die biologische Voraussetzung für die natürliche Vermehrung.
Frühling und Frühsommer: Schwarmzeit
Honigbienenvölker vermehren sich auf Volksebene durch Schwärmen. Arbeiterinnen beginnen dafür mit der Aufzucht neuer Königinnen.
Noch bevor diese schlüpfen, verlässt die alte Königin mit einem erheblichen Teil der Arbeiterinnen den Stock. Der Schwarm sammelt sich zunächst häufig an einem Ast oder einer anderen Struktur und sucht danach einen neuen Nistplatz.
Im Muttervolk bleibt Brut zurück. Eine junge Königin schlüpft, begibt sich später auf Begattungsflüge und übernimmt im Erfolgsfall die Eiablage.
BienenSchweiz beschreibt diesen Vorgang als natürliche Vermehrung des Bienenvolkes.
Warum sich ein Bienenvolk als Superorganismus teiltWarum gerade jetzt geschwärmt wird
Schwärmen kostet ein Volk erhebliche Ressourcen. Ein Teil der erwachsenen Bienen verlässt den bestehenden Vorrat und muss an einem neuen Ort Waben bauen.
Das Muttervolk verliert gleichzeitig viele Arbeiterinnen und besitzt vorübergehend möglicherweise keine legende Königin.
Solch eine Teilung funktioniert besonders gut in einer Jahreszeit, in der noch genügend warme Wochen und ausreichende Nahrung vor beiden neuen Einheiten liegen. Darum liegt die natürliche Schwarmperiode typischerweise im Frühjahr und frühen Sommer.
Drohnen gehören zum Frühjahr
Mit der Fortpflanzungsphase erscheinen auch verstärkt Drohnen. Ihre Entwicklung ist für das Volk energetisch teuer. Sie sammeln selbst keine Nahrung.
Für die Population besitzen sie trotzdem eine zentrale Aufgabe. Junge Königinnen paaren sich ausserhalb des Stocks mit Drohnen anderer Völker. Dadurch entsteht genetische Durchmischung.
Drohnen sind deshalb kein nutzloser Überschuss. Sie sind Teil der Fortpflanzungsstrategie des Superorganismus.
Frühsommer: Das Volk erreicht seine grösste Leistungsfähigkeit
Jetzt können starke Bienenvölker aus vielen Zehntausend Arbeiterinnen bestehen. Grosse Brutflächen produzieren weiterhin Nachwuchs. Tausende Sammlerinnen sind täglich unterwegs.
Bei guter Tracht können erhebliche Mengen Nektar in den Stock gelangen. Die Bienen verteilen ihn zunächst in den Waben, reduzieren seinen Wassergehalt und verarbeiten ihn zu lagerfähigem Honig.
Agroscope beschreibt diese Vorratshaltung als eine der wesentlichen Anpassungen, mit denen Honigbienenvölker Perioden ohne Sammelmöglichkeit überstehen.
Das Volk arbeitet zu diesem Zeitpunkt gleichzeitig für die Gegenwart und den kommenden Winter.
Der längste Tag ist bereits ein Wendepunkt
Für Menschen beginnt der Sommer gerade erst richtig, wenn Ende Juni die Tage am längsten sind. Im Bienenvolk nähert sich die Phase starken Wachstums bereits ihrem Ende.
Nach dem Höhepunkt beginnt die Brutleistung später wieder abzunehmen. Die Zahl der neu aufgezogenen Arbeiterinnen sinkt. Der Schwerpunkt verschiebt sich allmählich von Wachstum und Fortpflanzung zu Vorratssicherung und Überwinterung.
Der Übergang ist fliessend und hängt stark von Tracht und Wetter ab. Ein Volk in einer starken Sommer- oder Waldtracht kann noch sehr aktiv wirken, während sein langfristiger biologischer Kurs bereits Richtung Winter zeigt.
Sommer: Trachtlücken verändern das Verhalten
Nicht jede Woche des Sommers bietet Nektar. Zwischen wichtigen Blühphasen können Trachtlücken entstehen.
Dann fliegen Tausende Sammlerinnen weiter aus, finden aber weniger lohnende Quellen. Suchflüge nehmen zu. Wasser bleibt wichtig. Bienen untersuchen stärker andere Geruchsquellen.
Auch die Gefahr der Räuberei zwischen Bienenvölkern steigt. Ein scheinbar ruhiger Sommermonat kann für ein Volk deshalb eine Phase mit erheblichem Ressourcendruck sein.
Nektar, Pollen, Honigtau und Trachtlücken genauer verstehenGleichzeitig wächst die Varroapopulation
Während das Bienenvolk im Frühjahr grosse Brutflächen aufbaut, findet auch Varroa destructor gute Fortpflanzungsbedingungen. Die Milben vermehren sich in verdeckelten Brutzellen.
Dadurch kann ihre Population über Frühjahr und Sommer stark zunehmen. Das Problem zeigt sich besonders ungünstig, wenn die Bienenzahl später bereits wieder sinkt. Dann können immer mehr Milben auf immer weniger Bienen treffen.
Die Varroabelastung gehört deshalb zu den wesentlichen biologischen Faktoren, die entscheiden, ob aus einem starken Sommervolk ein gesundes Wintervolk wird.
Varroa und weitere Belastungen für das Bienenvolk einordnenSpätsommer: Jetzt entstehen die Winterbienen
Gegen Ende des Sommers ändert sich die Physiologie eines Teils der neu entstehenden Arbeiterinnen. Es entstehen zunehmend Winterbienen.
Ihre Aufgabe besteht nicht darin, nach wenigen Wochen durch eine nächste Generation ersetzt zu werden. Sie müssen bis zum kommenden Frühjahr leben.
Diese Arbeiterinnen verfügen über andere physiologische Voraussetzungen als kurzlebige Sommerbienen und können mehrere Monate überstehen. Ihre Gesundheit entscheidet wesentlich darüber, wie gut ein Volk über den Winter kommt.
Damit wird verständlich, weshalb eine hohe Varroa- und Virusbelastung im Spätsommer so gefährlich ist. Der Schaden betrifft genau jene Generation, die das Volk über Monate tragen soll.
Hochsommer bedeutet bereits Wintervorbereitung
Dieser Zusammenhang wirkt zunächst widersprüchlich. Draussen herrschen möglicherweise 30 °C. Im Inneren entsteht trotzdem bereits das Personal für Januar und Februar.
Gleichzeitig muss das Volk ausreichende Energievorräte besitzen. Der Zustand im August kann deshalb stärker über das Frühjahr des nächsten Jahres entscheiden als der Zustand im Dezember.
Ein schwaches Wintervolk entsteht häufig lange bevor Schnee fällt.
Spätsommer und Herbst: Die Brutfläche wird kleiner
Mit kürzeren Tagen und sinkendem Trachtangebot nimmt die Brutaktivität weiter ab. Es schlüpfen weniger neue Sommerbienen. Der Gesamtbestand des Volkes sinkt und die Brutflächen ziehen sich zusammen.
Die vorhandenen Bienen konzentrieren sich stärker auf Vorrat, Wärmehaushalt und die Vorbereitung der kommenden kalten Phase.
Die genaue Geschwindigkeit dieser Entwicklung variiert stark. Warme Herbstperioden können Brutaktivität länger aufrechterhalten. Auch späte Pollen- und Nektarquellen beeinflussen den Verlauf.
Was mit den Drohnen im Herbst passiert
Drohnen haben ihre wichtigste Aufgabe während der Fortpflanzungszeit. Gegen Ende der Saison werden neue Königinnen immer seltener. Gleichzeitig werden Ressourcen wertvoller.
Viele Völker reduzieren deshalb ihre Drohnenpopulation. Arbeiterinnen versorgen die Drohnen zunehmend weniger und drängen sie schliesslich aus der Beute.
Die sogenannte Drohnenschlacht wirkt aus menschlicher Perspektive brutal. Aus Sicht des Volkes ist sie Ressourcenmanagement. Tiere, deren saisonale Fortpflanzungsfunktion beendet ist, werden nicht über Monate mit Wintervorräten versorgt.
Das Volk wird wieder kompakter
Die Zahl der Arbeiterinnen sinkt weiter. Die grossen Sommervölker verschwinden. Zurück bleibt ein wesentlich kleineres Wintervolk mit langlebigen Arbeiterinnen.
Jetzt zählt weniger, wie viele Sammelbienen vorhanden sind. Entscheidend sind gesunde Winterbienen und ausreichende Vorräte.
Mit sinkenden Aussentemperaturen werden die Flugtage seltener. An warmen Tagen sammeln die Bienen weiterhin, solange Nahrung verfügbar ist. Später verlassen sie die Beute nur noch selten.
Ein milder Winter ist nicht automatisch ein leichter Winter
Wärme spart nicht unter allen Bedingungen Futter. Milde Phasen können die Aktivität erhöhen und längere Brutperioden fördern.
Brut wiederum muss beheizt und versorgt werden. Dadurch kann der Energiebedarf steigen.
Forschung untersucht deshalb, wie wärmere Winter und veränderte saisonale Muster die Überwinterung von Honigbienenvölkern beeinflussen können.
Klimawandel bedeutet für ein Bienenvolk daher nicht einfach weniger Kälte. Er verändert den zeitlichen Zusammenhang zwischen Brut, Flugwetter und verfügbarer Nahrung.
Der Kreislauf schliesst sich
Gegen Ende des Winters beginnt erneut Brut. Die Winterbienen ziehen die erste neue Generation auf. An warmen Tagen erscheinen die ersten Pollensammlerinnen.
Die Zahl der jungen Arbeiterinnen nimmt zu. Schliesslich sterben die letzten Winterbienen. Das Volk wird nun vollständig von der neuen Generation getragen.
Wenige Wochen später kann aus dem kleinen Wintervolk wieder ein stark wachsendes Frühjahrsvolk werden. Das Bienenjahr beginnt erneut.
Es gibt keinen klaren biologischen Schnitt zwischen zwei Jahren. Jede Phase schafft die Voraussetzungen für die nächste.
Warum kein Bienenjahr genau gleich verläuft
Ein Bienenvolk reagiert auf seine Umwelt. Pollenangebot beeinflusst Brut. Tracht beeinflusst Vorräte. Temperatur verändert Flug und Wärmebedarf. Kälteperioden verzögern Entwicklung. Dürre kann Blüten sichtbar stehen lassen, obwohl kaum Nektar produziert wird. Späte Trachten verlängern Sammelaktivität.
Krankheiten, Varroa, Königinnenqualität und Volksstärke wirken zusätzlich auf den Jahresverlauf.
Die Schweizer Landschaft verstärkt diese Unterschiede noch. Agroscope weist auf stark unterschiedliche regionale Trachtverhältnisse zwischen Mittelland, Voralpen, Alpen, Waldgebieten und dem Süden der Schweiz hin.
Darum ist ein Bienenjahr ein biologischer Zyklus. Kein Terminplan.
Bienenjahr und Imkerjahr gehören zusammen
Das Bienenjahr beschreibt, was im Volk biologisch geschieht. Das Imkerjahr beschreibt die Arbeiten, die sich daraus ergeben.
Wenn das Volk im Frühjahr wächst, kontrolliert der Imker Futter, Brut und Platz. Wenn Schwarmtrieb entsteht, beobachtet er enger. Nach der Honigernte rücken Varroakontrolle, Futter und Winterbienen in den Mittelpunkt. Im Winter wird möglichst wenig eingegriffen.
Beide Jahresverläufe sind eng verbunden, erfüllen aber unterschiedliche Informationsaufgaben: Das Volk liefert den biologischen Grund, die Imkerei leitet daraus ihre Arbeit ab.
Die passenden Arbeiten des Imkers im JahresverlaufSchnell beantwortet
Häufige Fragen
Wann beginnt das Bienenjahr?
Biologisch besitzt es keinen festen Anfang. Für die Volksentwicklung kann der erneute Brutbeginn im Spätwinter als Start einer neuen Wachstumsphase betrachtet werden.
Was machen Bienen im Januar?
Sie leben überwiegend von ihren Vorräten und regulieren als Wintertraube ihre Temperatur. Je nach Volk und Witterung kann bereits wieder eine kleine Brutfläche vorhanden sein.
Wann beginnt die Königin wieder Eier zu legen?
Das variiert nach Volk, Witterung und Standort. In mitteleuropäischen Völkern kann die Brutaufzucht bereits im Spätwinter wieder einsetzen.
Wann wächst ein Bienenvolk am stärksten?
Das stärkste Wachstum findet typischerweise im Frühjahr statt, wenn zunehmend Pollen und Nektar verfügbar werden und grosse Mengen neuer Arbeiterinnen aufgezogen werden.
Wann schwärmen Honigbienen?
Die Hauptschwarmzeit liegt in der Schweiz typischerweise im Frühjahr und frühen Sommer. Der konkrete Zeitpunkt hängt von Volksentwicklung, Wetter, Tracht und weiteren Faktoren ab.
Wann ist ein Bienenvolk am grössten?
Starke Völker erreichen ihre grösste Bienenmasse typischerweise um die Hauptsaison im späten Frühjahr beziehungsweise frühen Sommer. Der Zeitpunkt verschiebt sich je nach Standort und Tracht.
Wann entstehen Winterbienen?
Zunehmend ab Spätsommer und Herbst. Der Übergang ist fliessend und hängt von Brutentwicklung, Nahrung und Umweltbedingungen ab.
Warum leben Winterbienen länger?
Ihre Physiologie unterscheidet sich von der kurzlebiger Sommerarbeiterinnen. Sie besitzen unter anderem andere Körperreserven und müssen deutlich weniger intensive Brut- und Sammelarbeit leisten.
Wann hört ein Bienenvolk auf zu brüten?
Viele Völker reduzieren die Brut im Herbst stark und können zeitweise brutfrei werden. Zeitpunkt und Dauer unterscheiden sich erheblich nach Wetter, Genetik und Standort.
Warum ist der Spätsommer für das Überleben so wichtig?
In dieser Phase entstehen die langlebigen Bienen, die den Winter überstehen müssen. Gleichzeitig kann die Varroabelastung hoch sein und die Versorgung für den Winter muss gesichert sein.
Sind Honigbienen im Winter im Winterschlaf?
Nein. Sie bleiben aktiv, erzeugen Wärme, bewegen sich innerhalb der Traube und verbrauchen Honig. Ihre Aktivität ist nur deutlich geringer als während der Flugsaison.
Fliegen Bienen im Winter?
An ausreichend warmen Tagen können sie ausfliegen. Solche Reinigungsflüge sind normal und bedeuten nicht automatisch, dass der Winter für das Volk beendet ist.
Fachliche Grundlagen
- Agroscope: Biologie der Bienen
- Agroscope: Ernährung der Bienen
- Agroscope: Bienenhaltung in der Schweiz
- Agroscope: Wie alt werden die Arbeitsbienen?
- BienenSchweiz: Bienenschwarm und Jungvolkbildung
- BienenSchweiz: Völkerkontrolle und Fütterung
- Fachstudie: Saisonale Signale für den Brutbeginn
- Fachstudie: Thermoregulation des Bienenvolkes


