Ein Bienenjahr hält sich nur ungefähr an den Kalender
An einem warmen Märztag können vor einem Bienenstock bereits Arbeiterinnen mit vollen Pollenhöschen landen. Einige Kilometer weiter oder einige hundert Höhenmeter höher liegt vielleicht noch Schnee.
Für beide Völker steht auf dem Kalender derselbe Monat. Biologisch befinden sie sich trotzdem nicht zwingend am gleichen Punkt.
Der Bienengesundheitsdienst richtet sein Schweizer Betriebskonzept deshalb an der Entwicklung des Bienenvolkes und an der Blüte wichtiger Pflanzen aus. Auch BienenSchweiz betont, dass Jahreszeit, Witterung und Volksentwicklung die Arbeit bestimmen.
Das ist eine der wichtigsten Regeln der praktischen Imkerei: Der Imker arbeitet mit dem Volk, das vor ihm steht.
Winter: beobachten und möglichst wenig stören
Im Dezember und Januar wirkt ein Bienenstand still. Im Inneren der Beute passiert trotzdem einiges. Die Bienen sitzen bei tiefen Temperaturen in einer Wintertraube und halten deren inneren Bereich warm. Dafür verbrauchen sie Futter.
Der Imker öffnet ein gesundes Volk in dieser Phase normalerweise nicht ohne Grund. Viele Kontrollen lassen sich von aussen durchführen.
Er schaut beispielsweise, ob das Flugloch frei ist, die Beute durch Sturm oder Tiere beschädigt wurde oder ungewöhnlich viele tote Bienen vor dem Volk liegen. Auch das Gewicht liefert Hinweise auf die verbleibenden Vorräte.
Winterbehandlung
Wenn die Völker brutfrei sind, liegt ein grosser Teil der Varroamilben auf den erwachsenen Bienen. Dieser Zustand ist für bestimmte zugelassene Winterbehandlungen wichtig.
Wann Brutfreiheit tatsächlich eintritt, kann sich abhängig von Witterung, Standort und Volk unterscheiden. Eine Behandlung sollte deshalb nach dem aktuellen Schweizer Varroakonzept und mit dafür zugelassenen Tierarzneimitteln erfolgen.
Der Bienengesundheitsdienst führt die Winterbehandlung ausdrücklich als Bestandteil seines jahreszeitlichen Betriebskonzepts.
Für den Imker beginnt jetzt die Werkstattzeit
Während die Völker weitgehend in Ruhe bleiben, beginnt Arbeit ausserhalb des Bienenstocks. Rähmchen werden vorbereitet, Wachs verarbeitet, Beuten und Werkzeuge repariert und gereinigt. Auch das Material für die kommende Saison wird geplant.
Aufzeichnungen aus dem vergangenen Jahr helfen dabei. Welche Völker waren stark? Welche Königinnen fielen negativ auf? Wo gab es Schwarmprobleme? Welche Trachten waren tatsächlich ergiebig?
Gute Völkerführung beginnt lange vor der nächsten Honigernte.
Spätwinter und erster Frühling: Die Vorräte werden kritisch
Wenn die Tage länger werden, beginnt die Königin wieder stärker zu legen. Damit verändert sich der Energiebedarf des Volkes.
Brut muss gefüttert und warm gehalten werden. Gleichzeitig gibt es draussen noch nicht zuverlässig Nektar. Gerade jetzt kann ein Volk trotz überstandenem Winter in Futternot geraten.
Der Imker achtet deshalb besonders auf den Futtervorrat. Ein warmer Tag mit starkem Flugverkehr ist noch kein Beweis dafür, dass genügend Nahrung vorhanden ist.
Frühling: die erste richtige Völkerkontrolle
Steigen die Temperaturen ausreichend, kann die erste kurze Durchsicht erfolgen. BienenSchweiz nennt dabei Futtervorrat, Brutnest und Volksstärke als zentrale Punkte. Auch Gesundheitszustand und Königin werden beurteilt.
Die Königin selbst muss dafür nicht zwingend gefunden werden. Sind Eier und junge Brut vorhanden und ergibt das Brutbild einen plausiblen Eindruck, lässt sich daraus bereits viel über ihren Zustand ableiten.
Jetzt beginnt das Volk schnell zu wachsen
Mit zunehmendem Pollen- und Nektarangebot wächst das Brutnest. Eine grössere Brutfläche bedeutet zunächst allerdings mehr Arbeit.
Larven müssen gepflegt werden. Die Temperatur des Brutnestes muss stabil bleiben. Futter wird verbraucht. Erst Wochen später entstehen aus dieser Brut zusätzliche Flugbienen.
Deshalb bedeutet viel Brut nicht automatisch, dass ein Volk im selben Moment bereits besonders leistungsfähig ist.
Wabenbau und Platzangebot
Mit wachsendem Volk steigt der Platzbedarf. Der Imker erweitert deshalb die Beute passend zur Volksentwicklung. Bei Magazinbeuten können neue Waben oder Mittelwände gegeben und später Honigräume aufgesetzt werden.
Der richtige Zeitpunkt ist wichtig. Zu wenig Platz fördert Probleme und kann den Schwarmtrieb unterstützen. Zu viel Raum zur falschen Zeit muss dagegen von einem noch kleinen Volk beheizt und verteidigt werden.
Bei der Dadant-Betriebsweise spielt zusätzlich die gezielte Führung des Brutraumes eine wichtige Rolle. Eine starre Regel wie «Am 15. April kommt der Honigraum drauf» funktioniert deshalb nur so lange, bis das Wetter beschlossen hat, sich nicht an das Lehrbuch zu halten.
Frühtracht: die ersten Honigräume
Beginnen starke Trachtpflanzen zu blühen und besitzt das Volk genügend Bienenmasse, bekommt es Raum für den eingetragenen Nektar. Jetzt werden die ersten Honigräume interessant.
Je nach Region können beispielsweise Obstblüte, Löwenzahn, Ahorn oder Raps erheblichen Eintrag bringen. Die tatsächliche Blüte allein reicht allerdings nicht.
Temperatur, Feuchtigkeit und Wetter entscheiden mit darüber, ob eine Pflanze überhaupt nennenswert Nektar liefert und ob die Bienen fliegen können. Der Imker beobachtet deshalb sowohl Pflanzen als auch Völker.
Frühling: auch auf die Asiatische Hornisse achten
Im April und Mai lohnt sich rund um Bienenstand, Gebäude und nähere Umgebung besondere Aufmerksamkeit. Überwinterte Jungköniginnen der Asiatischen Hornisse beginnen jetzt mit kleinen Primärnestern.
Verdächtige Tiere oder Nester werden fotografiert oder gefilmt und über die offizielle Schweizer Meldeplattform gemeldet. Nester entfernen ausschliesslich die zuständigen Stellen oder ausgebildete Fachpersonen.
Asiatische Hornisse in der Schweiz: erkennen und richtig handelnMai und Juni: die Schwarmzeit
Ein starkes Bienenvolk erreicht im Frühjahr eine Phase enormen Wachstums. Gleichzeitig nähert sich seine natürliche Vermehrungszeit. Das Volk kann Schwarmzellen anlegen und sich auf die Teilung vorbereiten.
Die alte Königin zieht dann mit einem Teil der Arbeiterinnen aus. Im zurückbleibenden Volk entwickelt sich eine neue Königin. Für den Imker beginnt damit eine besonders kontrollintensive Zeit.
Was kontrolliert der Imker während der Schwarmzeit?
Er beurteilt Volksstärke, verfügbaren Raum, Brutentwicklung, beginnenden Schwarmtrieb und vorhandene Weiselzellen. Ein einzelner Spielnapf ist dabei noch kein sicherer Beweis für unmittelbar bevorstehendes Schwärmen. Entscheidend ist das Gesamtbild.
Je nach Betriebsweise kann der Imker Ableger bilden, das Volk anderweitig entlasten oder gezielt mit Schwarmstimmung umgehen. Ein abgegangener Schwarm ist biologisch völlig normal. Aus Sicht der Imkerei bedeutet er allerdings den Verlust eines erheblichen Teils der Bienenmasse und verändert die weitere Entwicklung des Muttervolkes deutlich.
Jungvölker und Ableger
Frühling und Frühsommer sind auch die wichtigste Zeit für die Bildung neuer Völker. Ein Ableger erhält Bienen und Brut aus einem bestehenden Volk. Je nach Methode bekommt er eine Königin oder zieht selbst eine nach.
Solche Jungvölker vergrössern oder erneuern den eigenen Bestand und können später als Reserve dienen, wenn ein Wirtschaftsvolk seine Königin verliert oder schwach in den Herbst geht. Auch Varroastrategien können Brutpausen bei Jungvölkern gezielt nutzen.
Frühsommer: jetzt erreicht das Volk enorme Stärke
Im Mai und Juni können starke Völker Zehntausende Bienen umfassen. Die Zahl der Flugbienen ist hoch, die Brutflächen sind gross und bei geeigneter Tracht wird viel Nektar eingetragen.
Für den Imker laufen Schwarmkontrolle, Raum geben, Jungvölker betreuen und Honigreife beobachten gleichzeitig. Auch die Varroapopulation entwickelt sich weiter, denn viel verdeckelte Brut bietet ihr günstige Vermehrungsbedingungen.
Bereits um die Sommersonnenwende verändert sich die Entwicklungsrichtung des Volkes wieder: Die Legeleistung nimmt allmählich ab und die Vorbereitung auf Herbst und Winter beginnt.

Honigernte: erst wenn der Honig reif ist
Volle Honigräume bedeuten noch nicht automatisch, dass geerntet werden kann. Der Honig muss ausreichend gereift sein. Der Imker beurteilt die Verdeckelung und kontrolliert bei Bedarf den Wassergehalt mit einem Refraktometer.
Reife Honigwaben werden entnommen. Die Bienen werden aus dem Honigraum entfernt, beispielsweise mit einer Bienenflucht oder durch vorsichtiges Abkehren.
Danach folgen Entdeckeln, Schleudern, Sieben, Klären und abhängig vom Honig Rühren und Abfüllen. Diese Arbeit findet ausserhalb des Bienenvolkes statt, gehört aber zeitlich zu den intensivsten Abschnitten des Imkerjahres.
Nach der letzten Honigernte beginnt bereits der nächste Winter
Dieser Übergang wird leicht unterschätzt. Im Juli oder August kann es draussen heiss sein. Für das Bienenvolk läuft biologisch trotzdem bereits die Vorbereitung auf die kommende kalte Jahreszeit.
Die maximale Volksstärke liegt hinter ihm, die Brutmenge beginnt abzunehmen und später entstehen zunehmend langlebige Winterbienen. Für den Imker verschiebt sich deshalb die Priorität von der Honigproduktion zu gesunden Bienen und ausreichenden Vorräten.
Sommer: Varroa wird zur zentralen Aufgabe
Varroa destructor vermehrt sich während der Brutperiode. Dadurch kann ihre Population im Verlauf des Sommers stark anwachsen. Besonders problematisch wird eine hohe Belastung, wenn die Generation der Winterbienen entsteht.
Der Bienengesundheitsdienst berichtete 2026 erneut, dass ein rechtzeitiger Beginn der ersten Sommermassnahmen das Risiko varroageschädigter Winterbienen senken kann. Das konkrete Vorgehen richtet sich nach Befall, Brutstatus, Temperatur und dem aktuellen Schweizer Behandlungskonzept.
Dieser Teil der Imkerei ist keine einmalige Behandlung nach Kalender. Befallskontrolle und Behandlungskonzept begleiten das Volk über das Jahr.
Varroa und die Gesundheit des ganzen Bienenvolkes verstehenSpätsommer: jetzt entstehen die Winterbienen
Sommerbienen leben während der arbeitsreichen Saison vergleichsweise kurz. Winterbienen müssen dagegen viele Monate überstehen. Sie sind physiologisch anders vorbereitet und bilden die Grundlage dafür, dass das Volk bis zum nächsten Frühling überlebt.
Deshalb sind gute Bedingungen während ihrer Entstehung entscheidend. Hohe Varroabelastung, Virusinfektionen oder Nahrungsmangel treffen das Volk in dieser Phase besonders ungünstig.
Auffüttern nach der Honigernte
Mit der Honigernte wurde ein Teil der Vorräte aus dem Volk entfernt. Gleichzeitig endet vielerorts die ergiebige Tracht. Der Imker muss deshalb sicherstellen, dass genügend Futter für Brutpflege und Winter vorhanden ist.
Die notwendige Menge hängt unter anderem von Beutensystem, vorhandenen Vorräten, Volksstärke und Standort ab. Deshalb wird nicht blind eine Standardmenge eingefüllt. Zuerst wird beurteilt, was tatsächlich vorhanden ist.
Räuberei: eine typische Gefahr im Spätsommer
Wenn draussen kaum noch Nektar vorhanden ist, bleiben starke Bienenvölker trotzdem auf Nahrungssuche. Finden sie offenen Honig oder schlecht geschützte schwächere Völker, kann Räuberei entstehen.
Der Imker arbeitet deshalb jetzt besonders sauber. Honigwaben und Futter werden nicht offen herumstehen gelassen, Fluglöcher können der Volksstärke angepasst werden und Völker werden nicht unnötig lange geöffnet.
Spätsommer: Asiatische Hornissen am Bienenstand beobachten
Im Spätsommer kann der Jagddruck vor den Fluglöchern deutlich zunehmen. Der Imker beobachtet deshalb Hornissenaktivität, Bienenflug, Volksstärke, Futterversorgung und Gesundheitszustand.
Bei starkem Beflug kann ein geeigneter Gitterschutz eine Sammellähmung hinauszögern. Fallen werden wegen fehlender Selektivität und des hohen Beifangs nicht empfohlen.
Jagddruck, Sammellähmung und Schutz am Flugloch verstehenHerbst: Welche Völker sollen überwintern?
Nicht jedes Volk entwickelt sich gleich. Vor dem Winter beurteilt der Imker deshalb Volksstärke, Königin und Brutbild, Gesundheitszustand, Futtervorräte und Varroasituation.
Schwache oder problematische Völker können abhängig von Ursache und Zustand vereinigt oder anderweitig geführt werden. Für gesunde Überwinterung sind ausreichende Volksstärke, eine vitale Königin und genügend Futter entscheidend.
Futterkontrolle und Mäuseschutz
Bevor die kalte Jahreszeit beginnt, werden die Vorräte nochmals beurteilt. Danach werden die Völker zunehmend in Ruhe gelassen.
Je nach Beute und Standort gehört auch ein Mäuseschutz zur Vorbereitung. Mäuse suchen im Winter geschützte Plätze und können in einer Beute erhebliche Schäden an Waben verursachen. Das Flugloch muss trotzdem eine ausreichende Belüftung und den normalen Bienenverkehr ermöglichen.
Spätherbst: wenn die Bienen kaum noch fliegen
Bei entsprechendem Hornissendruck kann nach Ende des Bienenflugs ein niedriger Fluglochschieber das Eindringen in die Beute erschweren. Nach Ende der Hornissenaktivität wird dieser Schutz wieder entfernt.
Gesunde Bienen, niedrige Varroabelastung, ausreichende Volksstärke und genügend Futter bleiben die Grundlage für eine erfolgreiche Überwinterung.
Schutzmassnahmen im Jahresverlauf nachlesenSpätherbst: immer weniger Eingriffe
Mit sinkenden Temperaturen endet der regelmässige Flugbetrieb. Grössere Durchsichten sind jetzt meistens unnötig. Was im September versäumt wurde, lässt sich im November häufig nur noch schlecht korrigieren.
Ein gut vorbereitetes Volk besitzt jetzt genügend gesunde Bienen, eine funktionierende Königin, ausreichende Futterreserven, eine kontrollierte Varroabelastung und eine geeignete Behausung. Der wichtigste Teil der Wintervorbereitung fand Monate vor dem ersten Frost statt.
Beobachtung gehört das ganze Jahr zur Imkerei
Nicht jede Kontrolle verlangt das Öffnen des Bienenstocks. Das Flugloch liefert erstaunlich viele Informationen. Polleneintrag zeigt beispielsweise, dass Sammlerinnen Pollen ins Volk bringen. Ungewöhnliche Unruhe, tote Bienen, herausgetragene Brut oder auffälliges Verhalten können auf Probleme hinweisen.
Auch das Gemüll unter dem Volk erzählt eine Geschichte. Wachsreste, Brutdeckel oder natürlicher Milbenfall können Informationen über Vorgänge im Inneren liefern.
Wer seine Völker regelmässig beobachtet, muss sie deshalb nicht für jede Frage auseinandernehmen. Jede unnötige Durchsicht stört den Wärmehaushalt und die Organisation des Volkes.
Kein Bienenjahr sieht exakt aus wie das vorherige
Ein früher warmer Frühling kann die Volksentwicklung beschleunigen. Ein Kälteeinbruch während der Obstblüte kann den Nektareintrag fast zum Stillstand bringen. Ein trockener Sommer verändert Tracht und Wasserbedarf. Ein starkes Waldhonigjahr stellt den Imker vor andere Aufgaben als ein Jahr ohne Honigtau.
2024 führte ein Kälteeinbruch während der Frühtracht in vielen Schweizer Regionen zu deutlich geringerem Eintrag. 2025 fiel die Schweizer Honigernte dagegen wesentlich stärker aus. Solche Unterschiede zeigen, weshalb ein Bienenjahr nicht zuverlässig nach Datum geführt werden kann.
Erfahrung bedeutet deshalb auch, jedes Jahr wieder neu hinzusehen.
Das Imkerjahr in kurzer Orientierung
Die folgenden Phasen bieten eine Orientierung. Der tatsächliche Zustand des Volkes, das Wetter und die regionale Vegetation bestimmen den konkreten Zeitpunkt.
Winter
Völker möglichst in Ruhe lassen, Futter und Flugloch von aussen beobachten, gegebenenfalls die Winterbehandlung nach aktuellem Konzept durchführen und Material vorbereiten.
Frühling
Futterreserven prüfen, Volksstärke und Brut beurteilen, Raum anpassen, Wabenbau ermöglichen und auf die kommende Tracht vorbereiten.
Schwarmzeit und Frühsommer
Volksentwicklung eng beobachten, Schwarmtrieb erkennen, gegebenenfalls Ableger bilden, ausreichend Raum bereitstellen, Honigreife kontrollieren und die Varroaentwicklung im Blick behalten.
Sommer und Spätsommer
Honig ernten, Varroabefall beurteilen, notwendige Sommermassnahmen durchführen, Winterbienen schützen, Futterversorgung sicherstellen und Räuberei vermeiden.
Herbst
Volksstärke, Königin, Futter und Gesundheit beurteilen, problematische Völker entsprechend führen und die Beuten winterbereit machen. Danach beginnt wieder die Ruhephase.
Schnell beantwortet
Häufige Fragen
Wie oft muss ein Imker seine Bienenvölker kontrollieren?
Das hängt stark von Jahreszeit und Volksentwicklung ab. Während der Schwarmzeit können engere Kontrollintervalle erforderlich sein. Im Winter sind häufig wochenlang keine Eingriffe ins Volk nötig. Entscheidend ist der Grund für eine Kontrolle.
Muss ein Bienenstock jede Woche geöffnet werden?
Nein. Regelmässige Beobachtung ist wichtig, eine vollständige Durchsicht aber nicht automatisch jede Woche sinnvoll. Gerade ausserhalb intensiver Entwicklungsphasen können viele Informationen am Flugloch oder über andere indirekte Kontrollen gewonnen werden.
Wann beginnt für einen Imker die Saison?
Eine klare Grenze gibt es nicht. Die ersten wichtigen Arbeiten am Volk beginnen mit der Frühjahrsentwicklung. Vorbereitung, Materialpflege und Varroamanagement machen Imkerei jedoch zu einer ganzjährigen Tätigkeit.
Wann haben Imker am meisten Arbeit?
Frühling und Frühsommer sind besonders arbeitsintensiv. Volksentwicklung, Schwarmkontrolle, Ableger und Honigräume fallen teilweise gleichzeitig an. Eine zweite intensive Phase beginnt nach der letzten Honigernte mit Varroamanagement und Einwinterung.
Was macht ein Imker im Winter?
Am Volk selbst möglichst wenig. Er beobachtet die Völker von aussen, prüft bei Bedarf Futter und Zustand und führt zum geeigneten Zeitpunkt die vorgesehene Winterbehandlung durch. Daneben werden Wachs, Rähmchen, Beuten und anderes Material bearbeitet.
Wann wird Honig geerntet?
Geerntet wird, wenn der Honig ausreichend reif ist. Verdeckelung, Wassergehalt, Trachtverlauf und die Kristallisationsneigung der Ernte fliessen in die Entscheidung ein.
Warum müssen Bienenvölker gefüttert werden?
Nach der Honigernte und bei Trachtmangel kann der natürliche Vorrat nicht ausreichen. Der Imker stellt sicher, dass das Volk genügend Nahrung für Brutpflege und Überwinterung besitzt.
Warum behandelt ein Imker gegen Varroa?
Varroamilben vermehren sich in der Brut und übertragen beziehungsweise verstärken Virusinfektionen. Ohne wirksames Varroamanagement können Völker stark geschädigt werden oder sterben. Zeitpunkt und Verfahren müssen zum Befall, Brutstatus und den aktuellen Schweizer Empfehlungen passen.
Fachliche Grundlagen
- Bienengesundheitsdienst: Schweizer Betriebskonzept
- BienenSchweiz: Imkerkurs ONLINE
- Bienengesundheitsdienst: Überwintern eines Bienenvolkes
- BienenSchweiz: Völkerkontrolle und Fütterung
- Bienengesundheitsdienst: Gesunde Völker erkennen
- Bienengesundheitsdienst: Rechtzeitige Sommerbehandlung 2026
- Schweizerische Bienen-Zeitung: Arbeitskalender Juni 2024
- BienenSchweiz: Bienenschwarm entdeckt
- BienenSchweiz: Die Honigernte
- BienenSchweiz: Schweizer Honigernte 2024
- BienenSchweiz: Schweizer Honigernte 2025
- Bienengesundheitsdienst: Asiatische Hornisse Vespa velutina
- BienenSchweiz: Erfolgreich imkern trotz Vespa velutina


